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In der Architektur werden die Grundideen des Zen am Eindrucksvollsten durch das japanische Teehaus veranschaulicht. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Teezeremonie von zengeschulten Teemeistern entwickelt. Hierfür gestalteten sie einen auf die Teezeremonie zugeschnittenen Gebäudetyp, der den Eindruck einer schlichten Eremitenhütte vermitteln soll.

Das Teehaus wird aus einfachen, natürlichen Materialien errichtet. Die Ausführung geschieht mit handwerklicher Brillanz, ohne dass diese auffällig in Erscheinung tritt. Die Holzkronstuktion der Wände wird mit Lehm verputzt, die Decken erhalten Verkleidungen aus Bambus oder Holzstreifen. Tatamimatten bilden den Bodenbelag und die mit Reispapier bespannten Schiebetüren (shoji) und Fenster filtern das einfallende Licht.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben westliche Architekten die Qualitäten der Zen- Architektur für sich entdeckt (z.B. Bruno Taut die Villa Katsura in Kyoto) und sich von ihr beeinflussen lassen (z.B. Frank Lloyd Wright, Mies van der Rohe). Und auch zeitgenössische Architekten beziehen sich auf Aspekte der Zen-Architektur (Tadao Ando, Toyo Ito oder John Pawson).