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Bei der Einrichtung unseres Umfeldes (Wohnung, Büro etc.) kommt es darauf an, alles Überflüssige zu vermeiden und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Das ‘weniger ist mehr’ von Mies van der Rohe, einem Wegbereiter der modernen Architektur beschreibt diesen Ansatz ebenso wie das ‘yohaku no bi’ der Zen-Gestaltung (s. Grundlagen). Es wird eine ausgewogene, harmonische Gestaltung angestrebt, bei der Materialwahl und Detail wichtig sind.

Bei der Materialwahl werden natürliche Werkstoffe bevorzugt, die möglichst aus regionaler Gewinnung stammen. Diese Materialien dürfen altern und erzeugen mit ihrer Patina die besondere Anmutung des ‘wabi-sabi (s. wabi-sabi). Durch die Konzentration auf wenige Gegenstände und Materialien kommt die natürliche Schönheit der Oberflächen besonders zur Geltung, die Maserungen des Holzes oder die Strukturen eines Gewebes.

Es werden Farben bevorzugt, die in der Natur vorrangig zu finden sind. Grün- und Blautöne lassen sich gut mit den zahlreichen Farbnuancen und Strukturen des Holzes kombinieren. Auch Kontraste in der Oberflächenwirkung der eingesetzten Materialien sind von Bedeutung (hart - weich, rau - glatt).

Schließlich spielt der bewusste Einsatz des natürlichen (und künstlichen) Lichts eine große Rolle. Gedämpftes Licht, wie es in der traditionellen  japanischen Architektur durch reispapierbespannte Schiebetüren (shoji) erreicht wird, kann durch den Einsatz moderner Mittel wie Milchglas oder Jalousien besondere Stimmungen erzeugen.